Fischer Rätsel

Er kann schon fischen!

„Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.“

Dieser bekannte Spruch thematisiert das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Geber und Nehmer. Er weist darauf hin, dass jemandem erst dauerhaft geholfen wird, wenn dieser dazu gebracht wird, durch Selbsthilfe von seinem Helfer unabhängig zu werden.

Dieser Gedanke wurde in den letzten Jahrzehnten zum Leitmotiv der Entwicklungszusammenarbeit. So erfuhr die westliche Entwicklungsarbeit einen Paradigmenwechsel: weg von einem Transfer finanzieller und materieller Mittel in Länder des globalen Südens - und hin zu einem Transfer von Kompetenzen und Wissen, welche nötig sind um finanzielle und materielle Mittel nachhaltig nutzen zu können.

Trotz dieses Paradigmenwechsels hin zu einer Form der Hilfe, die Abhängigkeitsstrukturen abschaffen soll, wird aber nach wie vor angenommen, dass ein Transfer von Ressourcen (materieller oder geistiger Natur) in sogenannte Entwicklungsländer stattfinden muss, um Entwicklung herbeizuführen.

Diese Sichtweise ignoriert nicht nur die bereits vorhandenen Potentiale und Ressourcen der Adressaten von Entwicklungshilfe, sondern reproduziert auch weiterhin eine Form der Entwicklungsarbeit, die in einem hierarchischen Verhältnis zwischen „Geber“ und „Nehmer“ begründet ist.

Mit dem Slogan „Er kann schon fischen“ will Community Care for Kids darauf hinweisen, dass in Sierra Leone sowohl materielle als auch geistige Ressourcen bereits vorhanden sind. Aus dem sinnvollen und selbstbewussten Einsatz dieser lokalen Ressourcen kann ein bedeutender Beitrag zum Wohlbefinden der Bevölkerung geleistet werden.

Wie sich dieser Gedanke in unserem Projekt verwirklicht erfahren Sie unter Philosophie und Das Schulprojekt.